Was sich zu beiden Elementen genauer sagen lässt
Das selenhaltige Enzym, das erst im Nebenhodengang gebraucht wird
Die Thioredoxin-Glutathion-Reduktase gehört zu den wenigen menschlichen Enzymen, in deren Kette ein Selenatom fest eingebaut ist. Sie trägt am einen Ende einen Abschnitt, wie ihn auch verwandte Reduktasen besitzen, und am anderen Ende ein zusätzliches Modul, das im Zellinneren mit Glutathion arbeitet. Im Hodengewebe wird sie in deutlich größerer Menge gebildet als in den meisten anderen Organen; die Fachliteratur führt sie deshalb unter den gewebetypischen Selenoproteinen.
Gebraucht wird sie an einer Stelle, die erst nach der eigentlichen Zellbildung kommt. Wenn die junge Samenzelle den Hoden verlässt, ist ihr Erbgut bereits in kleine, basische Eiweiße verpackt, die man Protamine nennt. Auf dem Weg durch den Nebenhodengang werden zwischen diesen Eiweißen Schwefelbrücken geschlossen, und erst dadurch bekommt der Kopf seine endgültige Dichte. Das Enzym setzt diese Verknüpfungen; im fertigen Bauwerk selbst kommt kein Selen vor.
Der Zinkvorrat einer Eizelle und was mit ihm geschieht
Während der letzten Reifungsschritte nimmt die Eizelle Zink in einer Größenordnung auf, die sich nur in Milliarden von Atomen sinnvoll beziffern lässt. Messungen an Säugerzellen nennen einen Zuwachs von rund der Hälfte des vorherigen Bestands innerhalb weniger Stunden. Ein Teil davon liegt anschließend in kleinen Bläschen dicht unter der Zellhülle.
Bei der Befruchtung leeren sich diese Bläschen nach außen. Weil sich Zink mit fluoreszierenden Farbstoffen sichtbar machen lässt, wurde der Vorgang seit 2011 an lebenden Zellen aufgezeichnet: mehrere kurze Lichtstoße innerhalb weniger Minuten, jeder davon einzeln zählbar. Spätere Arbeiten beschrieben denselben Ablauf auch an menschlichen Eizellen im Labor.
Warum diese beiden Beobachtungen nichts miteinander zu tun haben
Es handelt sich um Befunde aus der Zellbiologie, und sie gehören zu zwei verschiedenen Zellen, zwei verschiedenen Organen und zwei verschiedenen Zeitmaßen. Ein gemeinsamer Satz lässt sich daraus nicht bilden, und das europäische Recht sieht einen solchen auch nicht vor. Der Anhang der Verordnung führt für jedes Element eine eigene Zeile; beide bleiben getrennt, selbst wenn sie im selben Absatz erscheinen.
Selen trägt zu einer normalen Spermabildung bei. Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Zink trägt zu einer normalen Fruchtbarkeit und einer normalen Reproduktion bei. Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Auf eine Packung dürfen diese Zeilen nur, wenn das Erzeugnis von dem jeweiligen Element genug enthält, um nach der Nährwertkennzeichnung als nennenswerte Quelle zu gelten. Über Krankheiten, ihre Verhütung oder ihren Verlauf sagen sie nichts.